Freunde Alter Musik Basel

News

75. Saison

Karten

Kartenvorverkauf und Abonnements

Bider & Tanner 
Ihr Kulturhaus in Basel
Am Bankenplatz, Aeschenvorstadt 2, 
Postfach, CH-4010 Basel 

Kontakpersonen:
Raymond Wyler         r.wyler@biderundtanner.ch
Hans-Ruedi Etter       hr.etter@biderundtanner.ch

Telefon +41 61 206 99 96 

Internet Ticketshop:
www.biderundtanner.ch

Weltweit einzigartig

Artikel in der ProgrammZeitung
im Januar 2018

anläßlich des Jubiläums
75 Jahre FAMB

 

Weltweit einzigartig

Artikel in der ProgrammZeitung
im Januar 2018

anläßlich des Jubiläums
75 Jahre FAMB

 

03.01.2018

Weltweit einzigartig

Programmzeitung Januar 2018
von Christian Fluri

75 Jahre Freunde Alter Musik Basel.

Die Freunde Alter Musik Basel (FAMB) haben allen Grund zum Feiern. Mit ihren 75 Jahren ist die Institution weltweit der älteste Konzertverein, der sich ausschliesslich Alter Musik widmet, erklärt Thomas Drescher, künstlerischer Leiter der FAMB und Leiter der Schola Cantorum Basiliensis. Dieses einzigartige Forum präsentiert Musik zwischen Mittelalter und Barock bis Klassik – dies an vorderster Front der Forschung. Im Konzert wird sinnlich erfahrbar, was in Basel über historische Musikpraxis geforscht wird. «Die Alte Musik mit fundiertem und neuestem Wissen vital und kreativ zu halten, ist unsere anspruchsvolle Aufgabe», sagt Drescher. Dabei wechseln sich Ensembles, die aus der Schola hervorgegangen sind, mit renommierten eingeladenen ab. So wird der wichtige Austausch gepflegt.

Die FAMB war schon bei der Gründung 1942 viel mehr als eine Konzertreihe. Der weitsichtige Dirigent und Mäzen Paul Sacher wollte die Forschungsarbeit der von ihm 1933 gegründeten Schola Cantorum Basiliensis in der Öffentlichkeit vorstellen und das interessierte Publikum zugleich an die Alte Musik binden. Deshalb gründete er einen Verein. Drescher spricht von «einer genialen Idee, die bis heute funktioniert». Er sieht darin einen wichtigen Grund, dass es in Basel seit langem ein stabiles und sehr kompetentes Pub­likum gibt, das sich mit den Entwicklungen der Alten Musik intensiv auseinandersetzt. Der mit der Schola eng verbundene niederländische Dirigent, Cembalist und Organist Gustav Leonhardt (1928–2012) habe einmal erklärt: «Normalerweise brauche ich im Konzert zehn Minuten, um das Publikum zu gewinnen. In Basel aber zeigt es von der ersten Sekunde an höchste Konzentration.»

Eigenständig und aktiv.

Der Verein hat sich in seiner Struktur seit 1942 leicht verändert. Durch die Integration der Berufsausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis in die öffentlich­rechtliche Musik­Akademie im Jahr 1954 sowie durch die 2008 erfolgte Eingliederung in die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde eine klare Trennung vom staatlich subventionierten Ausbildungsinstitut notwendig. Die FAMB ist ein privater Verein geblieben und finanziert sich über eigene Mittel. Inhaltlich bleibt die enge Verbindung zur Schola und ihrer Forschung bestehen. Der Schola­Leiter ist statuarisch auch künstlerischer Leiter der FAMB.

Dass die FAMB heute feiern können, ist nicht ganz selbstverständlich, denn vor vier Jahren strich die Basler Regierung die langjährige Subvention. Dank privaten Spenden, Drittmitteln und projektbezogenen Swisslosfonds­Geldern konnte die Existenz gesichert werden. Aber die Planungs­sicherheit von früher ist dahin und der administrative Auf­wand ist grösser.

Offen für Neues.

Mit dem Jubiläumskonzert erinnern die FAMB ans erste offizielle Konzert des Vereins am 28. Februar 1943. Damals waren Lieder des Renaissance­Komponisten Ludwig Senfl zu hören, vorgetragen von Lehrkräften der Schola. Deshalb heisst das Festprogramm 2018 ‹Senfl Reloaded›. Senfl sei auch deshalb der geeignete Komponist für das Jubiläum, weil er als Basler reklamiert werden könnte, fügt Drescher an. Er wurde um 1490 in Basel oder Zürich geboren. Das Konzert wird wieder von der Schola bestritten – Federico Sepúlveda, Gerd Türk und Conrad Steinmann leiten Vokal­ und Instrumentalensembles mit Studierenden und Dozierenden. Um Senfls ‹L’homme armé›­Messe, 1530 in München für den Besuch Karls V. komponiert, werden unbekanntere Stücke gruppiert. Eine schöne Neuheit gibts: Der historischen Aufführungspraxis getreu wird nicht aus gedruckten Partituren, sondern aus einem faksimilierten historischen Chorbuch gesungen.

Generell präsentieren die FAMB­Konzerte immer wieder Neuerungen: etwa die Produktion ‹Von Königen, Göttern und Dämonen› im Mai 2018 mit Tanzkreationen zu barocker Musik. Neben reglementierten Gesellschaftstänzen habe es im 17. Jahrhundert freiere Formen als Kunsttanz gegeben, erläutert Drescher. Solchen ist der Auftritt der Tanzkompanie Chorea Basileae gewidmet, die vom Ensemble Ad Fontes begleitet wird.

FAMB-Jubiläumskonzert ‹Senfl Reloaded›: Sa 27.1., 19.30, Leonhardskirche Basel, www.famb.ch