Freunde alter Musik Basel

Regina Bastarda

75. Saison

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25. Nov
2016
Fr _ 20:15 Uhr
Predigerkirche Basel

Saison 2016/2017

Seit 74 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2016/17 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!

Unser nächstes Konzert:
Freitag, 25. November 2016 - 20:15

Regina Bastarda

Diminutionen für Viola da gamba und ihre vokalen Vorlagen

Werke von Francesco Maria Bassano, Pierre Sandrin, Orlando di Lasso, Diego Ortiz u. a.

Leonardo Bortolotto _ Lirone
Thomas Boysen _ Theorbe

Im Rahmen des internationalen Symposiums der Schola Cantorum Basiliensis  ‘Stimme – Instrumentalität Vokalität’


Obwohl das 16. Jahrhundert gerne als eine Epoche der Vokalpolyphonie gesehen wird – von Josquin bis Palestrina und Lasso – ist es doch eine Zeit grosser musikalischer Entwicklungen, aus denen die musikalischen Formen, Besetzungen und Spielpraktiken erwachsen sind, die die musikalische Neuzeit prägen sollten. Im Windschatten des vokalen Repertoires entwickelte sich eine ausgeprägte instrumentale Kultur auf Melodieinstrumenten, die aber nur zum Teil den Weg in die Schriftlichkeit gefunden hat, beispielsweise in den Diminutionstraktaten von R. Rogniono, O. Bassani oder G. dalla Casa.

Ein besonders geeignetes Instrument für diese neue Diminutionspraxis war die Viola da gamba, die mit der Wende zum 16. Jahrhundert im höfischen Kontext erschienen war. Ihre Kantabilität, Geläufigkeit und ihr grosser Umfang setzten den Diminutionen kaum Grenzen, sie konnten vom Bass bis in den hohen Diskant durch beliebige Stimmen einer vokalen Vorlage getrieben werden. Weil damit der Bezug zu einer einzigen Stimme nicht mehr gegeben war, betrachtete man sie gewissermassen als satztechnischen „Bastard“, womit auch das Instrument selbst den Namen „Viola bastarda“ erhielt. Trotz seiner gleichsam „illegitimen“ Spielweise ist es aber eine Königin der Vielseitigkeit und Verzierungspraxis unter den Instrumenten des 16. Jahrhunderts.

Paolo Pandolfo beschäftigt sich seit langem mit diesem Repertoire auf der Grenzlinie zwischen Vokalität und instrumentalem Idiom. In seinem Programm stellt er eine repräsentative Auswahl von italienischen Diminutionen vor, deren vokale Sätze vom Ensemble „La Pedrina“ beigesteuert werden, womit zwei Aggregatzustände derselben Musik ineinandergreifend zu hören sind.

Thomas Drescher

Predigerkirche Basel
Totentanz 19
4056 Basel
Schweiz

Pressestimmen

So virtuos wie Paganini

Rezension in der Basellandschaftlichen Zeitung, 28.11.2016

Regina Bastarda

Konzert Paolo Pandolfo und das Vokalensemble La Pedrina begeistern bei den Freunden Alter Musik Basel
von Jenny Berg

Es ist voll in der Predigerkirche, wie so oft, wenn die Freunde Alter Musik zum Konzert laden. Doch diesmal ist es besonders aussichtslos, einen Platz im Hauptschiff zu ergattern: Nicht nur, weil mit Paolo Pandolfo der derzeit innovativste Gambist auf dem Podium steht, sondern auch, weil zahlreiche Forschende und Alte- Musik-Fans aus aller Welt in dieser Woche nach Basel gekommen sind. Denn die Schola Cantorum hat wieder einmal ein attraktives Päckchen geschnürt für all jene, die die neuesten Forschungserkenntnisse aus der historisch informierten Aufführungspraxis aus erster Hand erfahren wollten.

Konzert Paolo Pandolfo und das Vokalensemble La Pedrina begeistern bei den Freunden Alter Musik Basel
von Jenny Berg

Es ist voll in der Predigerkirche, wie so oft, wenn die Freunde Alter Musik zum Konzert laden. Doch diesmal ist es besonders aussichtslos, einen Platz im Hauptschiff zu ergattern: Nicht nur, weil mit Paolo Pandolfo der derzeit innovativste Gambist auf dem Podium steht, sondern auch, weil zahlreiche Forschende und Alte- Musik-Fans aus aller Welt in dieser Woche nach Basel gekommen sind. Denn die Schola Cantorum hat wieder einmal ein attraktives Päckchen geschnürt für all jene, die die neuesten Forschungserkenntnisse aus der historisch informierten Aufführungspraxis aus erster Hand erfahren wollten.
Aber der Reihe nach: Die Musikwoche beginnt am Mittwoch mit einem Studientag zur Viola bastarda. Über 120 Interessierte folgen im Zunftsaal des Schmiedenhofs den Vorträgen der Forscherinnen und Musiker. Noch weiss niemand ganz genau, wie die Viola bastarda im Italien des 16. und 17. Jahrhunderts wirklich ausgesehen hat; ob es sich dabei eher um eine kleinere, oder gar eine grössere Viola da Gamba handelt. Denn die Viola bastarda spielt im Ensemble virtuose Verzierungen, die durch alle anderen Melodielinien hindurchwandern – vom tiefen Bass bis zum hohen Diskant. Letzteres wäre auf einem kleineren Instrument einfacher, Ersteres auf einem Grösseren.
Die Schola Cantorum setzt in ihrem Forschungsprojekt nun auf einen Kompromiss, und wie dieser erste Nachbau klingt, kann man nicht nur am Studientag, sondern auch beim Konzert am Freitagabend bei den Freunden Alter Musik hören.

Athletische Verzierungen
Gleich das erste Stück, eine Toccata von Francesco Bassani, spielt Paolo Pandolfo auf diesem neuen Instrument. Hell klingt es, tragend und sonor. Doch die mehr als 300 Jahre alte Viola da Gamba, auf die Pandolfo im Anschluss wechselt, hat einen weitaus grösseren Charme. Weich und strahlend zugleich, durchdringend bis zum leisesten Pianissimo, füllt sie den gesamten Raum der vollbesetzten Predigerkirche.
Die athletischen Verzierungen der Viola bastarda-Diminutionen, die mit halsbrecherisch schnellen Läufen die Melodien der damaligen Hits auffüllt, bereiten Pandolfo keine Mühe – vielmehr ist er einer der wenigen Interpreten, der ihnen in all dem Notengetümmel eine Struktur zu geben vermag. Die Melodielinien sind stets klar – was auch der schlüssigen Konzertdramaturgie zu verdanken ist. Da die Musik für Viola bastarda auf vokalen Vorlagen beruht, werden sie hier stets vor der instrumentalen Version gesungen – wunderbar klar und homogen vom Ensemble La Pedrina. Lebendig und sehr textbezogen erzählen sie singend von den süssen Erinnerungen in Pierre Sandrins «Doulce memoire», von der Anbahnung eines Liebesspiels in Thomas Crecquillons «Ung gay berger».
Und um die Akustik der Kirche voll auszukosten, positionieren sich die Sänger stets an anderen Stellen: Im geheimnisvoll dunklen Chor, auf der Orgelempore, und mitten zwischen den Zuhörenden. Und dass Paolo Pandolfo manche Stücke an diesem Abend frei improvisiert, das kann man nur auf Nachfrage herausfinden – so echt klingen seine eigenen Improvisationen, so frei sein Spiel ab Noten.

Ein neues altes Instrument
Tags darauf geht es für die Forscher und Musikfans weiter im dreitägigen Symposium «Stimme – Instrument – Vokalität », das sich der menschlichen Stimme als stetes Vorbild für die Instrumentalmusik aller Stile und Jahrhunderte widmet. Hier sind unter anderem die ersten Töne eines exklusiven neuen Nachbaus zu erleben: des Arciorganos, einer enharmonischen Orgel mit 36 Tasten pro Oktave (statt der normalen zwölf ). Damit hat sich die Schola Cantorum Basiliensis in diesen Tagen nicht nur als erstklassige Ausbildungs- und Lehrstätte hervorragender Musiker bewiesen, nicht nur als innovatives und vielseitiges Forschungsinstitut, das neben dem Quellenstudium auch Instrumente nachbaut, sondern auch als exzellenter Veranstalter präsentiert, dessen international anerkannter Ruf auch das heimische Publikum anzuziehen vermag.

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Saison 2016/2017

Seit 74 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2016/17 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!