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Pax Patavina

Polyphonie am Hof zu Padua (ca. 1390 – 1405)

1412, dem Todesjahr Ciconias, veröffentlichte der einflussreiche paduanische Musiktheoretiker und Universitätsprofessor Prosdocimo de Beldemandis seine Abhandlung Contrapunctus, worin er die Spaltung des Ganztons in fünf Teile seines Vorgängers Marchetto da Padova bestritt.„Ein verlogener Schwindel“ sei das, welcher, Prosdocimo zufolge, die von ihm als moderniores bezeichneten Musiker seiner Zeit irregeführt hatte. Gelehrte vermuten, dass sich unter diesen moderniores auch Johannes Ciconia befand, der eine hervorstechende Sammlung politischer Motetten und liturgischer Messsätze für die Kathedrale von Padua verfasste, wie auch zwei theoretische Abhandlungen, „Nova musica” und „De proportionibus”. In beiden schließt sich Ciconia implizit den Theorien von Marchetto an und erweiterte diese sogar. 

Das vorliegende Programm beinhaltet eine Auswahl von Ciconias Motetten und Liedern, worunter drei nicht isorhythmische Motetten sind: O Padua sidus praeclarum,
O felix templum jubila und O virum omnimoda veneratione dignum. Die ersten zwei enthalten je einen einzigen poetischen Text – eine Rarität in dem Repertoire – wobei ein zweiter Text für O Padua vermutlich geplant war. O templum, das wohl 1402-1405 explizit Paduas Bischof Stefano da Carrara gewidmet wurde, scheint wiederum einen einzigen Text zu vertonen. In O virum omnimoda veneratione dignum werden dagegen zwei unterschiedliche Oberstimmentexte einem teilweise textierten Tenor entgegengestellt. Sie loben sowohl St. Nicholas von Trani als auch Tranis Bischof Jacobus Cubellus – gewählt 1393 – welches die Motette vermutlich vor Ciconias Ankunft in Padua datieren lässt. Zwei der Motetten sind hingegen isorhythmisch: Albane misse celitus und Ut te per omnes. Beide teilen Ciconias herausragende Fähigkeit, komplementäre Aussagen oder gegensätzliche melodische Figurationen zu vergleichen, die sich an parallelen Stellen einer zweiteiligen, spiegelartigen Gesamtstruktur wiederfinden. 

Das Programm beinhaltet auch einige Werke von Antonello da Caserta und Francesco Landini, die in Padua wohl zur gleichen Zeit wie Ciconias Werk im Umlauf waren, sowie einige instrumentale Intabulierungen. Antonellos Or tolta mi sei ist in der Form der pseudo-populären Siciliane komponiert – Ballaten, die durch einen oft eng geführtem, phrygischen zweistimmigen Kontrapunkt, Liebe und Schmerz sowie die Bitterkeit des Abschieds thematisieren. 

Pedro Memelsdorff

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