Freunde alter Musik Basel

Monks Singing Pagans

75. Saison

Karten

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Bider & Tanner 
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17. Mär
2017
Fr _ 19:30 Uhr
Predigerkirche Basel

Saison 2016/2017

Seit 74 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2016/17 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!

Unser nächstes Konzert:
Freitag, 17. März 2017 - 19:30

Monks Singing Pagans

Mittelalterliche Lieder von Helden, Göttern und starken Frauen

SEQUENTIA – Ensemble für mittelalterliche Musik

Benjamin Bagby _ Gesang, Harfen und Leitung
Hanna Marti _ Gesang, Harfe
Norbert Rodenkirchen _ Knochenflöten, Holzflöten

Beim Gedanken an mittelalterliche Mönche und deren Musik kommt als erstes der Gregorianische Choral in den Sinn – der feierliche, rituelle Gesang, der den liturgischen Alltag der Mönche begleitete, Woche für Woche, Jahr für Jahr. Ein näherer Blick auf geistliche Handschriften des 9. bis 12. Jahrhunderts aber zeigt, dass viele Mönche und Geistliche auch andere Lieder sangen, bisweilen mit Texten, die alles andere als christlich waren. Die Kloster- und Kathedralschulen des mittelalterlichen Europa waren Zentren der Gelehrsamkeit und Brennpunkte des intellektuellen Lebens. Alle Mönche und Kleriker waren zunächst Muttersprachler einer europäischen Volkssprache (mit deren jeweiliger heidnischer Wurzel) und mussten zweisprachig werden, mussten lernen, auf Latein zu sprechen, zu denken, vielleicht sogar zu lesen und zu schreiben – in der Sprache ihres Glaubens, der Liturgie, der Wissenschaften, der Philosophie und der Literatur. Diese entscheidende Verbindung mit dem Lateinischen konnte am besten durch das Studium erhaltener, „antiker“ Texte gefördert werden: Texte römischer Autoren, Dichter, Dramatiker, Lehrer, Philosophen und Historiker, deren Werke gelesen, auswendig gelernt und in vielen Fällen auch gesungen wurden. Zu vereinzelten germanisch-heidnischen Dichtungen traten daher die Lieder von den alten Göttern (Odin, Zeus, Jupiter, Bacchus), von Männern und Helden (Herkules, Orpheus, Boethius, Caesar) und von mächtigen Frauenfiguren und Göttinnen (Walküren, Fortuna, Philosophia, Kleopatra, Dido, Venus, die wilden Kikonen). Die Überlieferung dieser Lieder, auch wenn sie oft nur fragmentarisch ist, gewährt uns einen reichen Schatz europäischer Sangeskunst und ist Zeuge einer vor Leben nur so sprühenden Kultur, in der christliche Mönche ihren heidnischen Vorfahren eine Stimme verliehen, um deren Geschichte und deren Vorstellungen weiterzureichen, so dass sie bis heute nachhallen.

Benjamin Bagby
Übersetzung: Marc Lewon

Der REMA Early Music Award 2016 (Réseau Européen de Musique Ancienne), ein Netzwerk für Alte Musik, wurde am 17. März 2017 an Benjamin Bagby im Anschluss an das FAMB-Konzerts in der Predigerkirche verliehen.
Wir gratulieren herzlich zu dieser Auszeichnung! (zum Video)

Predigerkirche Basel
Totentanz 19
4056 Basel
Schweiz

Pressestimmen

Verlorene Stimmen aus dem Mittelalter

Rezension in der Online-Ausgabe der Schweizer Musikzeitung, 23.03.2017

Monks Singing Pagans

www.musikzeitung.ch

von Anja Wernicke

Der Sänger und Harfenist Benjamin Bagby ist seit 1977 Leiter des Ensembles Sequentia und gilt als Pionier in der Rekonstruktion mittelalterlicher Lieder. Nun wurde er in Basel mit dem REMA Early Music Artist Award ausgezeichnet.

www.musikzeitung.ch

von Anja Wernicke

Der Sänger und Harfenist Benjamin Bagby ist seit 1977 Leiter des Ensembles Sequentia und gilt als Pionier in der Rekonstruktion mittelalterlicher Lieder. Nun wurde er in Basel mit dem REMA Early Music Artist Award ausgezeichnet.

Benjamin Bagby ist ein Puzzler. Seine Bauteile sind frühmittelalterliche Handschriften, die in Klosterarchiven und Bibliotheken liegen, gut versteckt und längst vergessen. Er stöbert sie auf und versucht sie in enger Zusammenarbeit mit Musikwissenschaftlern und Philologen zusammenzusetzen – immer mit der Frage im Hinterkopf, wie es damals geklungen haben könnte. Musikforschung ist so für einmal ganz unmittelbar zu erleben. Dabei beschäftigt sich Bagby in seinem Projekt Lost Songs nicht mit der bekannten Gregorianik, sondern mit der Tradition des singenden Erzählers ausserhalb der christlichen Liturgie. Schon seit 30 Jahren ist er in dieser Mission unterwegs. Begonnen hat das Projekt mit der Rekonstruktion des Beowulf-Epos. Dieses Heldengedicht geht vermutlich zurück auf das 6. Jahrhundert und ist in einer anonymen Handschrift aus der Zeit zwischen 975 und 1025 überliefert. Es ist wohl das älteste Zeugnis altenglischer Literatur. Grosse Popularität hat es durch die Herr der Ringe-Trilogie von J.R.R. Tolkien erlangt. Bagby setzt die Geschichte mit deutlich reduzierten Mitteln um. Nur mit Gesang und einer kleinen Mittelalter-Harfe auf den Knien nimmt er die Rolle des bardischen Geschichtenerzählers und Rezitators ein. Das Kernproblem seiner Rekonstruktionsversuche beschreibt er selbst auf der Website des Lost Songs-Projekts: «Eine schriftliche Quelle kann immer nur eine Version (und wahrscheinlich nicht unbedingt die beste Version) eines Textes abbilden, der einer mündlichen Tradition entspringt, die permanent im Fluss ist.» Bagbys Puzzles sind also stets hypothetisch, und diese experimentelle Annäherung an eine verlorene Kunst schafft einen faszinierenden Dialog mit der Vergangenheit, der gleichzeitig die Fantasie anregt.


Erstmals seit 1000 Jahren zu hören
Auch in Bagbys neuestem Programm der Lost Songs-Reihe ist das der Fall. Unter dem Titel Monks Singing Pagans (zu deutsch: Mönche singen Heiden) sind Texte aus sehr verschiedenen Quellen versammelt: von Zaubersprüchen aus dem 9. Jahrhundert bis hin zu der Liedersammlung Carmina Burana aus dem 13. Jahrhundert. Eine weniger bekannte, mystische Facette des Mittelalters wird dabei erlebbar, jenseits des Gaukler-Kitschs. Davon konnte sich das Basler Publikum am 17. März im Rahmen der Konzertreihe Freunde alter Musik Basel in der vollbesetzten Predigerkirche überzeugen. Hanna Marti (Gesang und Harfe) und Norbert Rodenkirchen (Knochenflöten und Holzflöten) schufen gemeinsam mit Benjamin Bagby eine innige Klangatmosphäre. Dabei war jederzeit zu spüren, dass die Musik hier vor allem Mittel ist, um die Texte und Geschichten emotional und lebhaft rüberzubringen. Die Übersetzungen der zum Teil sehr kuriosen Texte liessen sich dank Untertitelung mitlesen. Ein sächsisches Taufgelöbnis für konvertierte Heiden mahnte dazu, dem Teufel abzuschwören. Ein angelsächsischer Zauberspruch gegen Geschwüre lehrte Zysten, Beulen und kleinen Furunkeln das Fürchten und ein Neunkräutersegen beschwor Kerbel und Fenchel als Allheilmittel.

Ebenfalls auf dem Programm stand die Aufführung mehrerer Lieder, deren Melodien aus einem Cambridger Manuskript des frühen 11. Jahrhunderts rekonstruiert wurden. Eine Sensation! Denn die Lieder, die auf der Textsammlung Consolatio philosophiae (Trost der Philosophie) des Philosophen Boethius beruhen, waren nach 1000 Jahren erstmals wieder zu hören. Zu verdanken ist das dem Musikwissenschaftler Sam Barrett, der sich an der Cambridge Universität schon seit 20 Jahren mit der Entzifferung der Manuskripte beschäftigt. Gemeinsam mit Sequentia hat er die Aufführung der Lieder erarbeitet, die 2016 erstmals dargeboten wurde. Die praktische Erfahrung der Musiker war für Barrett essenziell, um verschiedene Versionen auszuprobieren, wie er in einem Interview erklärt.

Über eine Million verkaufter Platten
Jetzt wurde Bagby für sein bisheriges Schaffen mit dem REMA Early Music Artist Award geehrt. In seiner Dankesrede lobte er besonders den hohen Stellenwert der Schola Cantorum Basiliensis, an der auch er studiert hat und wo er die Sängerin Barbara Thornton kennenlernte.

1977 gründeten sie ebenda gemeinsam das Ensemble Sequentia. Bis zu Thorntons verfrühtem Tod im Jahr 1998 leiteten die beiden Sänger, die auch privat ein Paar waren, das Ensemble gemeinsam. Einen fixen Musikerkern gibt es bis heute nicht. Stattdessen variiert die Besetzung von 2 bis zu 16 Musikern, je nach Projekt. Das erfolgreichste Projekt des Ensembles war die Einspielung mehrerer CDs mit Musik von Hildegard von Bingen Anfang der Neunzigerjahre. Eine davon, mit dem Titel Canticles of Ecstasy, wurde mit internationalen Preisen ausgezeichnet (unter anderem Disque d’Or- und Grammy-Nominierung) und verzeichnet weltweit über eine Million verkaufter Exemplare. So erreichen die von Benjamin Bagby zum Leben erweckten Stimmen aus der Vergangenheit nicht nur Experten für Alte Musik, sondern auch ein breites Publikum.

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Im Bann des Mittelalters

Rezension in der Badischen Zeitung, 20.03.2017

Monks Singing Pagans

Der Sänger, Forscher und Harfenist Benjamin Bagby wird in Basel geehrt
von Simon Bordier 

Benjamin Bagby hat zu oft über die Launen der Schicksalsgöttin Fortuna gesungen, als dass er seine eigenen Erfolge an die grosse Glocke hängen würde. Mit einem Lächeln erinnert sich der Sänger und Harfenist an seinen grössten Verkaufsschlager, eine CD mit Gesängen der Mystikerin Hildegard von Bingen (1098–1179). Klar, man habe weltweit über eine Million Exemplare davon verkauft, meint er im BaZ-Gespräch. «Aber ich befürchte, das hatte weniger mit wachsendem Interesse an Gregorianik als mit geschicktem Marketing zu tun.» 

Der Sänger, Forscher und Harfenist Benjamin Bagby wird in Basel geehrt

Benjamin Bagby hat zu oft über die Launen der Schicksalsgöttin Fortuna gesungen, als dass er seine eigenen Erfolge an die grosse Glocke hängen würde. Mit einem Lächeln erinnert sich der Sänger und Harfenist an seinen grössten Verkaufsschlager, eine CD mit Gesängen der Mystikerin Hildegard von Bingen (1098–1179). Klar, man habe weltweit über eine Million Exemplare davon verkauft, meint er im BaZ-Gespräch. «Aber ich befürchte, das hatte weniger mit wachsendem Interesse an Gregorianik als mit geschicktem Marketing zu tun.» Die CD mit dem Titel «Canticles of Ecstasy» habe Anfang der 1990er-Jahre schlicht den Nerv der New-Age-Bewegung und ihrer esoterisch angehauchten Anhängerschaft getroffen.
Bagby selbst liegt Esoterik ziemlich fern, wie man am Freitag in der Predigerkirche Basel hören konnte. Bei dem Konzert der Freunde alter Musik Basel gab der 67-Jährige mit seinem Ensemble Sequentia «mittelalterliche Lieder von Helden, Göttern und starken Frauen» zum Besten. Das Trio – bestehend aus Bagby, Hanna Marti (Gesang und Harfe) und Norbert Rodenkirchen (Knochen- und Holzflöten) – entwickelte einen starken melodischen Bann. Mindestens so eindrücklich waren aber die gesungenen Texte: Die Kombination von christlichen und heidnischen Inhalten, von griechischen Göttern, Kraut und Rüben wirkte beinahe dadaistisch.

Preis für die Forschung
Den Rema Early Music Artist Award hätte Bagby als Esoteriker wohl auch gar nicht bekommen. Dieser wurde ihm im Anschluss an das Konzert für seine Verdienste mit dem 1977 gegründeten Ensemble und seine Forschung in mittelalterlicher Lyrik vergeben. Hinter dem Preis steckt Rema: ein europäisches Netzwerk für Alte Musik mit Sitz in Frankreich, dem gut 70 Institutionen aus 21 Ländern angehören. Die ersten Awards vergab Rema 2015 an die Schola Cantorum Basiliensis und das Hilliard Ensemble. Nebst Bagby wurde diesmal die digitale Forschungsplattform Early Music Sources.com von Elam Rotem und Jörg-Andreas Bötticher (auch bekannt als Cembalist der Schola Cantorum) ausgezeichnet.

Pionierarbeit geleistet
Bagby kam Mitte der 70er-Jahre aus den USA fürs Studium an die Basler Forschungs- und Lehrstätte: «Wer sich für Alte Musik interessierte, für den gab es nichts Grösseres als die Schola.» Es herrschte Aufbruchstimmung in einem Bereich, für den sich damals nur Exoten interessierten. Und so fing auch Sequentia als Studentengruppe an. Den Kern bildeten Bagby und seine Mitstudentin, Sängerin und Lebensgefährtin Barbara Thornton. Sie gingen nach dem Studium nach Köln. Der Anfang war abenteuerlich, doch dann gelangen in Kooperation mit dem Westdeutschen Rundfunk erste wichtige Aufnahmen. Seitdem hat das Ensemble mal in kleinerer, mal grösserer Besetzung Pionierarbeit geleistet.
Nebst einem grossen Zyklus mit Liedern von Bingens hat sich das Ensemble insbesondere um die historische Rekonstruktion des «Beowulf»-Epos verdient gemacht. Ein tiefer Einschnitt erfolgte dann im Jahr 1998 mit dem frühen Tod von Sequentia-Mitbegründerin Barbara Thornton. Heute ist Bagbys Hauptwirkungsstätte an der Universität Sorbonne in Paris.
«Der Rema-Award freut mich besonders, weil die Musik des Mittelalters oft im Schatten des Barocks steht», meint der Preisträger. Sonderlich zu beunruhigen scheint ihn dies aber nicht. Ihm sei klar, dass die Welt des Mittelalters eine völlig andere sei als die, in der wir heute lebten. Und doch könne man Bezüge herstellen. So beschäftige sich Benjamin Bagby zurzeit mit dem satirischen «Roman de Fauvel». Darin steht ein Mischwesen, ein Pferd oder ein Esel, im Mittelpunkt, das alle denkbar schlechten Eigenschaften in sich vereinigt – und an die Macht kommt. «Der Aktualitätsbezug ergibt sich fast von selbst», sagt Bagby.

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Die heidnischen Gesänge der Mönche

Rezension in der Basellandschaftlichen Zeitung, 14.03.2017

Monks Singing Pagans

Alte Musik Ein Musiker, der dem Mittelalter eine Stimme gibt: Benjamin Bagby, der Amerikaner mit Basel-Bezug
von: Nikolaus Broda

Sooo weit weg ist das Mittelalter. Mindestens so weit, wie der legendäre Planet Coruscant aus dem Star-Wars-Epos. Oder der Holzstich der flachen Erdscheibe, an dessen Rand ein Wanderer ins Universum guckt. Solche Bilder haben unsere Vorstellungen vom Mittelalter – von knapp 1000 Jahren – geprägt. Und nicht nur die.

Alte Musik Ein Musiker, der dem Mittelalter eine Stimme gibt: Benjamin Bagby, der Amerikaner mit Basel-Bezug

Sooo weit weg ist das Mittelalter. Mindestens so weit, wie der legendäre Planet Coruscant aus dem Star-Wars-Epos. Oder der Holzstich der flachen Erdscheibe, an dessen Rand ein Wanderer ins Universum guckt. Solche Bilder haben unsere Vorstellungen vom Mittelalter – von knapp 1000 Jahren – geprägt. Und nicht nur die.
Hautnah erleben und schmecken und hören können wir das Mittelalter zumindest in der warmen Jahreszeit beinahe jedes Wochenende. Überall dort, wo Mittelaltermärkte Pilz spielen und ungefragt aus dem Boden schiessen. Das Eine hat so wenig mit dem Mittelalter zu tun, wie das Andere, kommt aber an – auch wenn diese Zeit vielleicht gar nicht interessiert, Hauptsache, wir schaffen’s mit dem Auto zum Event ...

Seit der Kindheit fasziniert
Aber: Da gibt’s diejenigen, die sich mit der Epoche auseinandersetzen – nicht nur theoretisch, sondern auch ganz praktisch. Und was die tun, das kommt eben auch an. Wie zum Beispiel Konzerte von und mit Benjamin Bagby. Der sitzt schon als 10-jähriger in seinem Bett in Evanston Illinois und liest den altenglischen Epos «Beowulf» auf Spätwestsächsisch. Das gibt’s wirklich.
Bagby macht noch heute Aufführungen in dieser Sprache und hat damit auf der ganzen Welt Erfolg. Aber der junge Benjamin liest nicht nur, er singt auch, er lernt Harfe, beschäftigt sich zusehends mit dieser Epoche, mit dem Leben, der Sprache, der Musik und ist von diesem Mittelalter immer stärker fasziniert.
Nach ersten Studien in den USA kommt der junge Mann in die Schweiz, nach Basel. Die Schola Cantorum, die Kaderschmiede für Alte Musik, versorgt ihn weiter mit dem Elixier Mittelalter. 1977, zum Abschluss seiner Studien, gründet er in Basel das Ensemble Sequentia mit seiner Kollegin und langjährigen Partnerin, Barbara Thornton. Und diese Mittelalterband hat vom ersten Konzert an unglaublichen Erfolg. Die Musiker sprechen die Zuhörer an, und das nicht nur wegen der seltsamen Instrumente, die sie spielen.
Mittlerweile ist das alles gar nicht mehr so seltsam, auch die Musik, hat sich herumgesprochen, tut nicht weh, und inzwischen sind viele verschiedene Aufnahmen mit Sequentia entstanden. Geistliche Musik aus Klöstern zum Beispiel, oder eine komplette Aufnahme der Werke von Hildegard von Bingen, die nicht nur eine Drogerie betrieben hat.
Ein weiteres Thema, das Sequentia am Freitag, 17. März, in der Predigerkirche in Basel in einem Konzert behandeln wird, ist «Monks Singing Pagans», so heisst das Jubiläums-Programm zu 40 Jahre Sequentia. Das bedeutet übersetzt in etwa, Mönche singen Heidnisches: Lieder von Göttern, Helden und starken Frauen. Wir erfahren: In den Klöstern wurde nicht nur die Bibel gelesen. Musik aus zirka 300 Jahren hören wir. Da gibt’s Verschiedenstes. Texte die von Odin und Christus erzählen, von Orpheus und dem Held Herkules. Oder Geschichten über Königin Kleopatra und die darbende Dido.

Ehrung für den Meister
Und nach dem Schlussapplaus darf nicht gleich der Mantel von der Garderobe geholt werden, denn dann bekommt Bagby für sein Lebenswerk einen kleinen, feinen Preis. Ihm wurde der Rema Early Music Award verliehen, ein Preis der vom Netzwerk für Alte Musik (Réseau Européen de Musique Ancienne) vergeben wird. Die sehr ansprechende und informative Dankesrede von Bagby ist bereits im weiten weltlichen Netz zu sehen und zu hören: vimeo.com/194966339 – da erzählt der Grandseigneur der ganz Alten Musik seine Sicht der Dinge, und wir merken, dass das Mittelalter sooo weit weg vielleicht doch gar nicht ist.

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Saison 2016/2017

Seit 74 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2016/17 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!