Europa um die Mitte des 17. Jahrhunderts: Nach dem Dreissigjährigen Krieg liegen weite Teile des Kontinents in Trümmern. Hungersnöte, Seuchen und scheinbar endlose Kämpfe prägen das Leben, besonders im Osten des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation. Städte sind verwüstet, Lebensgrundlagen zerstört, und doch erwächst gerade aus dieser düsteren Realität ein musikalischer Kosmos von überraschender Leuchtkraft und schöpferischer Fülle.
Der Stylus Phantasticus sprengt alle Grenzen: frei, unberechenbar und voller kühner Einfälle. Zwischen sphärischer Klangpoesie und wildem Tanz, zwischen feinsinnigem Witz, überraschenden Wendungen und virtuoser Ekstase entfaltet sich eine Musik, die sich keiner Regel beugt und scheinbar ins Unendliche strebt – «bound to nothing».
Im Zentrum steht Ignazio Albertini, eine ebenso schillernde wie rätselhafte Figur. Sein Leben ist nur in Fragmenten überliefert, sein Name heute kaum bekannt. Doch liest sich das Wenige, was wir über sein Leben wissen, wie ein Kriminalroman, der schliesslich mit seiner Ermordung in Wien am 22. September 1685 endet.
Das Ensemble Rýnský erweckt Albertinis Musik und die seiner Kollegen, Kongruenten, Weggefährten & Zeitgenossen zum Leben und lässt die Vorstellungskraft der Zuhörer selbst diesen Raum füllen, um die Geschichte eines zu Unrecht vergessenen Genies fertigzuspinnen.
