Freunde Alter Musik Basel

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

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27. Jan
2018
Sa _ 19:30 Uhr
Leonhardskirche Basel

Saison 2017/2018

Seit 75 Jahren bringt der Verein „Freunde Alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2017/18 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!

Unser nächstes Konzert:
Samstag, 27. Januar 2018 - 19:30

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

Vokal- und Instrumentalensembles
der Schola Cantorum Basiliensis

 

Als am 28. Februar 1943 das erste reguläre Konzert der FAMB stattfand, standen Werke des Schweizers Ludwig Senfl auf dem Programm, dessen 400. Todestag in diesen Winter fällt (Senfl starb zwischen Januar und März 1543 in München). Im Vortragssaal des Kunstmuseums wurden als sogenanntes Hauskonzert Lieder von Senfl dargeboten, musiziert von Sängern, Blockflöten, Gamben und Laute unter Leitung von August Wenzinger. Auch beim 75. Jubiläum der FAMB wird wieder Musik dieses wohl berühmtesten Schweizerischen Komponisten im Zentrum stehen – Senfl Reloaded (d.h. neu aufgelegt bzw. entdeckt). Diesmal werden allerdings Werke aus dem umfangreichen und bislang kaum bekannten und edierten Motetten-Repertoire Senfls zu hören sein.

Schon die erste gewichtige und eigenständige Publikation des zwischen 1489 und 1491 in Basel (oder vielleicht auch in Zürich) geborenen Senfl war ein Motetten-Druck: Liber selectarum cantionum quas vulgo mutetas appellant (Augsburg 1520). Durch den Tod von Kaiser Maximilian 1519 hatte Senfl seine Stellung in der kaiserlichen Hofkapelle verloren und war auf der Suche nach einem neuen Patron. Zur Bewerbung veröffentlichte er diesen Liber mit eigenen Motetten, geschickt kombiniert mit Werken seines Lehrers Heinrich Isaac und seines Vorbilds Josquin. Er war erfolgreich und trat 1523 in den Dienst des bayrischen Herzogs, dem er bis zu seinem Tode 1543 treu blieb. 

Im Konzert bildet seine 1530 für den Besuch von Kaiser Karl V. in München komponierte Messe mit dem Cantus firmus L’homme armé den musikalischen Rahmen. Weitere Kompositionen Senfls finden darin Platz. Das vokal und instrumental gross besetzte Jubiläums-Konzert der FAMB wird von Studierenden der Schola Cantorum Basiliensis unter der Leitung von Gerd Türk, Conrad Steinmann, Federico Sepúlveda, Ivo Haun und Ozan Karagöz gestaltet.

Martin Kirnbauer

Leonhardskirche Basel
Leonhardskirchplatz 10
4051 Basel
Schweiz

Pressestimmen

Triangelkrieg und Frieden

Basler Zeitung, 29.01.2018

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

Vielstimmiges Jubiläumskonzert
Von Simon Bordier

Basel.
Auf das bisher Erreichte blicken und «Halleluja» singen – so einfach wollten es sich die Freunde Alter MusikBasel (FAMB) am Samstag in der Basler Leonhardskirche nicht machen. Seit 75 Jahren ist der Verein bestrebt, seltene Werke der Alten Musik einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Dies geschieht erfolgreich in enger Kooperation mit der Schola Cantorum Basiliensis: Die Musikhochschule gibt neue Impulse, die FAMB wiederum einen Resonanzraum. Nicht anders war es beim Jubiläumskonzert am Samstag.

Vielstimmiges Jubiläumskonzert
Von Simon Bordier

Basel.
Auf das bisher Erreichte blicken und «Halleluja» singen – so einfach wollten es sich die Freunde Alter MusikBasel (FAMB) am Samstag in der Basler Leonhardskirche nicht machen. Seit 75 Jahren ist der Verein bestrebt, seltene Werke der Alten Musik einem breiten Publikum schmackhaft zu machen. Dies geschieht erfolgreich in enger Kooperation mit der Schola Cantorum Basiliensis: Die Musikhochschule gibt neue Impulse, die FAMB wiederum einen Resonanzraum. Nicht anders war es beim Jubiläumskonzert am Samstag. Präsentiert wurden Werke des Schweizer Renaissance-Komponisten Ludwig Senfl (ca. 1490–1543). Im Zentrum stand Senfls kirchliche Musik, die im Vergleich zu seinen Liedern weniger bekannt ist. Senfl war ab 1523 in München tätig und bediente dort vor allem katholische, aber bisweilen auch reformierte Auftragsherren, darunter Luther. Besonders intensiv war das Jahr 1530: Der Kaiser des Heiligen Römischen Reichs, Karl V., kam nach Bayern, um die reformierten Kräfte zu besänftigen und – so weitmöglich – die alte Ordnung wieder herzustellen. Am Samstag wurden nun einige Werke präsentiert, die Senfl im Kontext des Kaiser-Besuchs schrieb.

Sänger im Chorraum versteckt
Etwas enttäuschend war die «Missadominicalis L’homme armé»: Nicht, weil die Schola-Musiker dem Werk nicht gewachsen waren (im Gegenteil), sondern weil man sie aufgrund ihrer Position, versteckt im Chorraum, nicht ideal hörte. Einstimmige Abschnitte oder das kräftige «Sanctus» verfehlten nicht ihre Wirkung. Blass blieben aber die polyphonen Teile, in denen Senfl die Einheit in der Vielfalt zelebriert. Welch ein Unterschied, wenn die Sänger vors Publikum traten: In der Motette «Veni sancte spiritus» hörte man die Stimmen gleichsam wie eine Knospe aufblühen, «Martia terque quater» geriet zum mitreissenden Kaiserlob und in «Da pacem domine» verschmolzen Posaunen-, Zinken- und Sängerstimmen. Eine feine, persönliche Note brachte der Tenor Ivo Haun: Er präsentierte das melismatische Lied «Aus guetem Grund» sowie die rhythmusgetragene Ode «Altera iam teritur bellis civilibus aetas». Triangel sorgten in Letzterer für etwas Kriegsgetöse, ein Flöten- und Gambenkonsort fächerte den Klang auf und eine reizende Flötenstimme tanzte mit der Gesangsmelodie. Die von Ivo Haun, Ozan Karagöz, Federico Sepúlveda, Gerd Türk und Conrad Steinmann einstudierten Musiker zeigten, dass 1530 nicht nur der Glaube an die Einheit der Kirche noch intakt war, sondern dass Sänger und Instrumentalisten musikalisch an einem Strick zogen, Brüder im Geiste waren. In diesem Sinne: Happy Birthday FAMB.

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Wie die Alten spielten und sungen

Basler Zeitung, 26.01.2018

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

Die Freunde Alter Musik Basel begehen morgen ihr 75-Jahr-Jubiläum mit einem Konzert
Von Simon Bordier

Basel.
Glaubt man den Worten von Paul Sacher, so hatte die Alte Musik in den 1930er- und 1940er-Jahren nicht besonders viele Freunde. «Seit neun Jahren hat die Schola Cantorum Basiliensis bewiesen, dass diese Erweckung (der Kunstwerke in der Alten Musik) möglich ist», hält der Basler Musikmäzen 1942 nicht ohne Stolz fest.

Die Freunde Alter Musik Basel begehen morgen ihr 75-Jahr-Jubiläum mit einem Konzert
Von Simon Bordier

Basel.
Glaubt man den Worten von Paul Sacher, so hatte die Alte Musik in den 1930er- und 1940er-Jahren nicht besonders viele Freunde. «Seit neun Jahren hat die Schola Cantorum Basiliensis bewiesen, dass diese Erweckung (der Kunstwerke in der Alten Musik) möglich ist», hält der Basler Musikmäzen 1942 nicht ohne Stolz fest. Er hatte die Schola, diese weltweit einzigartige Institution für Alte Musik, selbst ins Leben gerufen. Aber: «Ihre Bestrebungen begegnen indessen insofern immer gewissen Schwierigkeiten, als in der Öffentlichkeit vielfach die Meinung herrscht, ihre Arbeit sei nur für einen engeren Kreis von Eingeweihten verständlich. »Aus Sicht Sachers konnte es so nicht weitergehen. Um dem Elfenbeinturm-Image entgegenzuwirken, rief er im selben Jahr einen Verein ins Leben. «Entlegenere Schöpfungen, die von der Forschung freigelegt worden sind, sollenunter möglichst genauer Berück-sichtigung ihrer historischen Voraussetzungen künstlerisch lebendig gemacht werden», so sein erklärtes Ziel. Am 28. Februar 1943 fand dann daserste Konzert des Vereins Freunde Alter Musik Basel (FAMB) statt.

Alte Musik boomt
75 Jahre später gibt es den Verein noch immer. Und die Verantwortlichen sind stolz auf die Entwicklung. Die Mitgliederzahl ist schliesslich von ursprünglich rund 100 auf heute gegen 300 gestiegen. «Es hat ein regelrechter Boom stattgefunden», meint FAMB-Geschäftsführerin Claudia Schärli. Die Alte Musik habe in all den Jahren aus ihrem Nischendasein herausgefunden, ein breites Publikum sei heute für Werke des Mittelalters, der Renaissance und des Barock sensibilisiert. Beleg dafür seien neben der FAMB Gründungen anderer Konzertreihen wie jene von Barockorchester & Vokalensemble La Cetra oder die Cembalomusik in der Stadt Basel (CIS). Hat die FAMB ihre Funktion – einen Resonanzboden für Alte Musik zu schaffen – damit erfüllt? Ist sie vielleicht sogar ersetzbar geworden? Dem sei keineswegs so, meint Schärli. Die Barockmusik habe zwar ihr Publikum gefunden, doch Werke des Mittelalters höre man immer noch relativ selten. «Wir möchten gerade jenen Musikern eine Plattform bieten, die andernorts in kein Schema passen.» Dabei suche man auch die Vernetzung mit anderen Veranstaltern. Schärli erinnert an ein besonderes Konzert Mitte Januar bei der Allgemeinen Lesegesellschaft: Da sassen fünf Sängerinnen und Sänger mit 33 Hörern gemeinsam an einem Tisch und sangen aus Madrigalbüchern. Um Stars wie den Cembalisten Andreas Staier nach Basel zu holen, tue man sich hin und wieder mit Veranstaltern wie CIS zusammen, erklärt Schärli. Die Gästeliste der letzten 75 Jahre liest sich wie ein Who is Who der Alten-Musik-Szene: Mitte der 60er-Jahre war Nikolaus Harnoncourt mit seinem Concentus Musicus hier, auch der Cembalist Gustav Leonhardt trat auf, dann der Countertenor Andreas Scholl oder 1997die Baritonlegende Dietrich Fischer-Dieskau, der aus Goethe-Briefen rezitierte. Thomas Drescher, als Direktor der Schola Cantorum zugleich künstlerischer Leiter der FAMB, macht in seinem Grusswort zum 75-Jahr-Jubiläum auf die Sprungbrettrolle aufmerksam: Bedeutende Ensembles wie Hespèrion XX bzw. XXI (Jordi Savall) oder Sequentia (Benjamin Bagby und Barbara Thornton), seien aus Studierendengruppen der SCB entstanden und hätten ihre ersten Auftritte bei den FAMB absolviert. Die Konzertreihe stehe «an der künstlerischen Front der Alten Musik», meint Drescher.

«Senfl reloaded»
Morgen gehen die FAMB zurück zu den Wurzeln. Zum 75-Jahr-Jubiläumwurde ein Programm mit Werken des Schweizer Renaissance-Musikers Ludwig Senfl (1490–1543) zusammengestellt. In den Anfangsjahren beschäftigte man sich an der Schola ausgiebig mit Senfl und das erste FAMB-Konzert 1943 war ihm gewidmet. Morgen, bei «Senfl Reloaded», wird aber nicht etwa das Programm von 1943 aus der Schublade geholt, sondern sein weniger bekanntes kirchliches Schaffen in den Mittelpunkt gestellt. Senfl war Schweizer, aber kein besonders bescheidener. Die Musikwissenschaftlerin Birgit Lodes schreibt: «In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts gehörte es für eine respektable Persönlichkeit – Herrscher und wohlhabende Bürger ebenso wie Künstler – geradezu zum guten Ton, eine eigene Medaille herstellen zu lassen. Von keinem anderen Komponisten oder Musiker des 16. Jahrhunderts aber ken-nen wir gleich vier (!) Medaillen.» Mehr zum historischen Kontext erfährt man morgen in einem Einführungsvortrag.

«Senfl Reloaded»: Morgen, 19.30 Uhr, Leonhardskirche Basel
(Einführung: 18 Uhr, Musik-Akademie, Kleiner Saal).
www.famb.ch

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Eine Schneise durch den Notendschungel

Basellandschaftliche Zeitung, 26.01.2018

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

Alte Musik Zum 75. Geburtstag der Freunde Alter Musik Basel führt die Schola Cantorum Basiliensis Ludwig Senfl auf
Von Anja Wernicke

Archäologen sind bekannt für ihre Jagd nach Schätzen. Seit Indiana Jones weiss jedes Kind, das diese Jagd voller Abenteuer und Gefahren steckt. Nun seilen sich die Forscher und Musiker der Schola Cantorum Basiliensis nicht gerade in Dschungel-Schluchten ab oder graben sich durch vom Einsturz bedrohten Tempelruinen. Trotzdem sind sie so etwas wie Musik-Archäologen, die eine Schneise durch den Notendschungel schlagen.

Alte Musik Zum 75. Geburtstag der Freunde Alter Musik Basel führt die Schola Cantorum Basiliensis Ludwig Senfl auf
Von Anja Wernicke

Archäologen sind bekannt für ihre Jagd nach Schätzen. Seit Indiana Jones weiss jedes Kind, das diese Jagd voller Abenteuer und Gefahren steckt. Nun seilen sich die Forscher und Musiker der Schola Cantorum Basiliensis nicht gerade in Dschungel-Schluchten ab oder graben sich durch vom Einsturz bedrohten Tempelruinen. Trotzdem sind sie so etwas wie Musik-Archäologen, die eine Schneise durch den Notendschungel schlagen. Ihre Arbeit ist wie ein symbolischer Gang über eine morsche Hängebrücke, wie das Zusammensetzen einer zerbrochenen Vase. Meist beginnt die Schatzsuche in einem Klosterarchiv und endet – das ist das Besondere – nicht einfach mit dem Sichern, Besitzen und Ausstellen des Fundstücks. Vielmehr führt sie in das viel grössere Abenteuer: das musikalische Experiment. Klingende Hypothesen aufzustellen, darin sind Dozierende wie Studierende der Hochschule für Alte Musik FHNW einsame Spitze. Denn ob es um Besetzung, Aufführungsbedingungen, Tempo oder Artikulation geht, selten lassen sich endgültig sichere Aussagen treffen. Praktisch alle musikalischen Parameter sind Auslegungssache. Da es keine durchgehende Aufführungspraxis gibt und man sich erst im 20. Jahrhundert wieder begann für die Musik früherer Jahrhunderte zu interessieren, ist das Fragezeichen wohl der treuste Begleiter eines jeden Scholaren. Vielleicht klang es so, aber vielleicht klang es auch ganz anders?

 

Unspielbar gibt’s nicht
Hier kommen nun die Freunde AlterMusik Basel (FAMB) ins Spiel. Seit 75Jahren ermöglichen sie die Aufführung dieser musikalischen Fragezeichen vor einem grossen Publikum und bringen so die Arbeit der Schola Cantorum Basiliensis (SCB) zum Leben. Traditionell verantwortet die SCB-Leitung die künstlerischen Entscheidungen des Orchesters. Mit durchschnittlich sechs Konzerten pro Jahr hat der Verein vor allem historische Räume und Kirchen der Stadt bespielt, aber auch mit anderen Veranstaltern wie dem Theater Basel, der Kaserne, der Cembalomusik in der Stadt Basel oder dem Dom zu Arlesheim kooperiert.«Dank der Famb können wir immer wieder Experten von ausserhalb einladen, aber auch eigene, grössere Projekte stemmen, die sonst nicht möglich wären,» erläutert Martin Kirnbauer, der die Forschungsabteilung der SCB leitet. In Vorbereitung auf das Jubiläum haben nun Dozenten und Studenten ein Semester lang ihr Fragezeichen hinter den Renaissance-Komponisten Ludwig Senfl gesetzt, der vermutlich in Basel geboren wurde. Unter dem Titel «Senfl reloaded» wird so an das erste Konzert der Freunde Alter Musik erinnert, das ebenfalls Senfl-Liedern gewidmet war. 75 Jahre und 465 Konzerte später hat die musikalische Schatzsuche einige neue Erkenntnisse und eine kleine Sensation gebracht. Kirnbauer schreibt: «Die Sänger werden nur aus Originalnoten spielen. Sie stehen um ein grosses Chorbuch herum und werden von Zink und Posaune begleitet. Unter den Werken sind auch solche, die bislang als unspielbar galten. »Davon wird wohl nicht zuletzt auch die Senfl-Spezialistin Birgit Lodes aus Wien begeistert sein, die in einem Vortrag Senfl als politischen Komponisten beleuchtet.

 

«Senfl reloaded» Samstag, 27. Januar,
18 Uhr: Vortrag von Birgit Lodes in derMusik-Akademie Basel.
19.30 Uhr: Konzert in der Leonhardskirche, Basel.

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Weltweit einzigartig

Programmzeitung Januar 2018, 03.01.2018

75 Jahre FAMB „Senfl Reloaded“

Von Christian Fluri

75 Jahre Freunde Alter Musik Basel.

Die Freunde Alter Musik Basel (FAMB) haben allen Grund zum Feiern. Mit ihren 75 Jahren ist die Institution weltweit der älteste Konzertverein, der sich ausschliesslich Alter Musik widmet, erklärt Thomas Drescher, künstlerischer Leiter der FAMB und Leiter der Schola Cantorum Basiliensis. Dieses einzigartige Forum präsentiert Musik zwischen Mittelalter und Barock bis Klassik – dies an vorderster Front der Forschung. Im Konzert wird sinnlich erfahrbar, was in Basel über historische Musikpraxis geforscht wird. «Die Alte Musik mit fundiertem und neuestem Wissen vital und kreativ zu halten, ist unsere anspruchsvolle Aufgabe», sagt Drescher. Dabei wechseln sich Ensembles, die aus der Schola hervorgegangen sind, mit renommierten eingeladenen ab. So wird der wichtige Austausch gepflegt.

75 Jahre Freunde Alter Musik Basel.

Die Freunde Alter Musik Basel (FAMB) haben allen Grund zum Feiern. Mit ihren 75 Jahren ist die Institution weltweit der älteste Konzertverein, der sich ausschliesslich Alter Musik widmet, erklärt Thomas Drescher, künstlerischer Leiter der FAMB und Leiter der Schola Cantorum Basiliensis. Dieses einzigartige Forum präsentiert Musik zwischen Mittelalter und Barock bis Klassik – dies an vorderster Front der Forschung. Im Konzert wird sinnlich erfahrbar, was in Basel über historische Musikpraxis geforscht wird. «Die Alte Musik mit fundiertem und neuestem Wissen vital und kreativ zu halten, ist unsere anspruchsvolle Aufgabe», sagt Drescher. Dabei wechseln sich Ensembles, die aus der Schola hervorgegangen sind, mit renommierten eingeladenen ab. So wird der wichtige Austausch gepflegt.

Die FAMB war schon bei der Gründung 1942 viel mehr als eine Konzertreihe. Der weitsichtige Dirigent und Mäzen Paul Sacher wollte die Forschungsarbeit der von ihm 1933 gegründeten Schola Cantorum Basiliensis in der Öffentlichkeit vorstellen und das interessierte Publikum zugleich an die Alte Musik binden. Deshalb gründete er einen Verein. Drescher spricht von «einer genialen Idee, die bis heute funktioniert». Er sieht darin einen wichtigen Grund, dass es in Basel seit langem ein stabiles und sehr kompetentes Pub­likum gibt, das sich mit den Entwicklungen der Alten Musik intensiv auseinandersetzt. Der mit der Schola eng verbundene niederländische Dirigent, Cembalist und Organist Gustav Leonhardt (1928–2012) habe einmal erklärt: «Normalerweise brauche ich im Konzert zehn Minuten, um das Publikum zu gewinnen. In Basel aber zeigt es von der ersten Sekunde an höchste Konzentration.»

Eigenständig und aktiv.

Der Verein hat sich in seiner Struktur seit 1942 leicht verändert. Durch die Integration der Berufsausbildung an der Schola Cantorum Basiliensis in die öffentlich­rechtliche Musik­Akademie im Jahr 1954 sowie durch die 2008 erfolgte Eingliederung in die Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) wurde eine klare Trennung vom staatlich subventionierten Ausbildungsinstitut notwendig. Die FAMB ist ein privater Verein geblieben und finanziert sich über eigene Mittel. Inhaltlich bleibt die enge Verbindung zur Schola und ihrer Forschung bestehen. Der Schola­Leiter ist statuarisch auch künstlerischer Leiter der FAMB.

Dass die FAMB heute feiern können, ist nicht ganz selbstverständlich, denn vor vier Jahren strich die Basler Regierung die langjährige Subvention. Dank privaten Spenden, Drittmitteln und projektbezogenen Swisslosfonds­Geldern konnte die Existenz gesichert werden. Aber die Planungs­sicherheit von früher ist dahin und der administrative Auf­wand ist grösser.

Offen für Neues.

Mit dem Jubiläumskonzert erinnern die FAMB ans erste offizielle Konzert des Vereins am 28. Februar 1943. Damals waren Lieder des Renaissance­Komponisten Ludwig Senfl zu hören, vorgetragen von Lehrkräften der Schola. Deshalb heisst das Festprogramm 2018 ‹Senfl Reloaded›. Senfl sei auch deshalb der geeignete Komponist für das Jubiläum, weil er als Basler reklamiert werden könnte, fügt Drescher an. Er wurde um 1490 in Basel oder Zürich geboren. Das Konzert wird wieder von der Schola bestritten – Federico Sepúlveda, Gerd Türk und Conrad Steinmann leiten Vokal­ und Instrumentalensembles mit Studierenden und Dozierenden. Um Senfls ‹L’homme armé›­Messe, 1530 in München für den Besuch Karls V. komponiert, werden unbekanntere Stücke gruppiert. Eine schöne Neuheit gibts: Der historischen Aufführungspraxis getreu wird nicht aus gedruckten Partituren, sondern aus einem faksimilierten historischen Chorbuch gesungen.

Generell präsentieren die FAMB­Konzerte immer wieder Neuerungen: etwa die Produktion ‹Von Königen, Göttern und Dämonen› im Mai 2018 mit Tanzkreationen zu barocker Musik. Neben reglementierten Gesellschaftstänzen habe es im 17. Jahrhundert freiere Formen als Kunsttanz gegeben, erläutert Drescher. Solchen ist der Auftritt der Tanzkompanie Chorea Basileae gewidmet, die vom Ensemble Ad Fontes begleitet wird.

FAMB-Jubiläumskonzert ‹Senfl Reloaded›: Sa 27.1., 19.30, Leonhardskirche Basel, www.famb.ch

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Saison 2017/2018

Seit 75 Jahren bringt der Verein „Freunde Alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2017/18 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!