Freunde alter Musik Basel

The „Stolen“ Carnival

75. Saison

Karten

Kartenvorverkauf und Abonnements

Bider & Tanner 
Ihr Kulturhaus in Basel
Am Bankenplatz, Aeschenvorstadt 2, 
Postfach, CH-4010 Basel 

Kontakpersonen:
Raymond Wyler         r.wyler@biderundtanner.ch
Hans-Ruedi Etter       hr.etter@biderundtanner.ch

Telefon +41 61 206 99 96 

Internet Ticketshop:
www.biderundtanner.ch

16. Nov
2017
Do _ 20:15 Uhr
Predigerkirche Basel

Saison 2017/2018

Seit 75 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2017/18 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!

Unser nächstes Konzert:
Donnerstag, 16. November 2017 - 20:15

The „Stolen“ Carnival

Karnevalslieder und -charaktere und die Tradition des cantasi come aus Florentiner Quellen

Ensemble MICROLOGUS

Patrizia Bovi _ Superius, Harfe, musikalische Leitung
Andres Montilla _ Contratenor altus            
Simone Sorini _ Tenor, Gesang zur Laute
Enea Sorini _ Contratenor bassus, Perkussion
Goffredo Degli Esposti _ Einhandflöte und Trommel, Flöte und buttafoco (Saitentrommel), sordellina (Dudelsack)
Gabriele Russo _ Vielle, Rebec
Masako Art _ Schnarrhakenharfe
Gianni La Marca _ Vielle
Gabriele Miracle _ Hackbrett, Perkussion
Crawford Young _ Laute

Viele beliebte Sujets und einige der Charaktere, die später zur Grundausstattung der Commedia dell’arte werden sollten, gingen aus den Texten der Frottole und Villotte des 15. Jahrhunderts hervor. Darunter befanden sich Scaramella Scaramouche (ein aufschneiderischer Soldat), die vecchia maladetta e rincagnata (eine armselige, knollennasige Alte, die entweder als Kupplerin oder als Hindernis für die Liebenden agiert), Giannolo/Zano und Rosina (die Liebenden), La Ramacina (die unglückliche Ehefrau), Il vecchio maladeto (der niederträchtige Alte: ein namenloser Vorläufer des Pantalone) und Feragu  (ein unverbesserlicher Don Giovanni).

In vielen zeitgenössischen Quellen erzählen diese Charaktere in den Interludien der Komödien und Tragödien, die während der festlichen Zusammenkünfte an den großen Höfen aufgeführt wurden, zunächst ihre Geschichte und beenden dann ihre Einlage, indem sie eine Moresca tanzen. Die Praxis ist für das Lied Hora mai che fora son bezeugt, das anlässlich eines Banketts in Siena am 29. Juni 1465 gesungen und getanzt wurde, um den Besuch von Ippolita Sforza, der Frau des Herzogs Alfons von Kalabrien, zu feiern: Zwölf Personen, eine davon als Nonne verkleidet, tanzten eine Moresca auf ein Lied mit dem Refrain: Non vogl' esser pii monica; Arsa le sia la Tonica, Chi se la vesta piu.

Es sind auch Beschreibungen anderer Tänze erhalten, wie z. B. der Nudelholztanz (in dem das Küchengerät phallisch gedeutet wird), der ballo del matto mattaccino (der närrische Possenreißertanz) oder der ballo della bella mazacrocha (der Tanz der schönen Brotstange).

Die Geschichten um diese Charaktere sind schlicht und beziehen jede Altersgruppe ein: die Liebenden, die nicht zusammenkommen können, weil eine Alte sie an der Heirat hindert; die zeitlose Geschichte einer jungen Frau, die mit einem gehässigen alten Mann verheiratet ist; die Erzählung von Feragu, der des Werbens nimmer müde wird und dessen Tod alle Frauen beweinen; Scaramella, der mit nichts als Lanze und Schild in den Krieg zieht und auf einer Galeere hinfort fährt, um eine Jüdin zu küssen; der deutsche Landsknecht, dessen Italienisch unverständlich ist und der oft seines Akzentes wegen verspottet wird.

Die von Lorenzo il Magnifico in Florenz eingeführte Tradition der Karnevalslieder, war einer von mehreren Faktoren die zur Entstehung der cantasi come-Tradition im Florenz der Medici beitrugen. Ein anderer war der Einfluss der spinta riformatrice di Savonarola, der seine Anhänger und einige Humanisten, wie Feo Belcari, D’Albizio und ebenjenen Lorenzo dazu inspirierte, Lauda-Texte auf bekannte Melodien zu schreiben, um die Menschen mit diesen gestohlenen Weisen einer weit verbreiteten mündlichen Tradition zurück zur Frömmigkeit zu führen.

Übersetzung: Marc Lewon

Predigerkirche Basel
Totentanz 19
4056 Basel
Schweiz

Saison 2017/2018

Seit 75 Jahren bringt der Verein „Freunde alter Musik Basel“ (FAMB) die berühmtesten Interpreten der Alten Musik nach Basel und stellt vielversprechende jüngere Ensembles vor.

Die FAMB freut sich auf die Saison 2017/18 und auf Sie! Bleiben oder werden Sie Mitglied!