Freunde Alter Musik Basel

„In convertendo”

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03. Mai
2019
Fr _ 19:30 Uhr
Peterskirche Basel

Saison 2018/2019

Verehrte Freunde der Alten Musik, werte Gäste in unseren Konzerten,

die 75. Saison ist vorüber und die Freunde Alter Musik Basel machen den ersten Schritt auf die „100“ zu. – Doch es geht natürlich nicht um das Erreichen hoher Jubiläen, sondern darum, von Jahr zu Jahr interessante...

Unser nächstes Konzert:
Freitag, 3. Mai 2019 - 19:30

„In convertendo”

Grands motets und Grand concert von G. Ph. Telemann und J. Ph. Rameau

Soko Yoshida _ Konzertmeisterin

In Zusammenarbeit mit der Fachhochschule Nordwestschweiz

Seit der Reorganisation der Chapelle Royale durch Louis XIV. sang man je­den Morgen in der Messe drei Motetten, eine grosse, eine kleine, dazu ein „Domine, Salvum fac“. Während sich der König und sein Hofstaat an der musikalischen Kunst ergötzten, wurde die normale Messe mit leiser Stimme in der Nachbarkapelle gebetet, wie P. Perrin 1665 berichtet. In diesem paraliturgischen Kontext entstanden zahllose Motetten, auch ­Jean-Philipp Rameau schuf drei solcher Grands motets auf lateinische Texte in luxuriöser Besetzung für Soli, Chor und Orchester, darunter die eindrückliche Vertonung des 125. Psalms (nach Luther: Ps. 126), eines Wallfahrtliedes, in dem Israel auf seine Rückkehr aus dem Exil zurückblickt. Seine Vertonung entstand noch vor der Pariser Zeit, vermutlich um 1711. Aufschlussreich für die noch junge Gefühlsästhetik ist eine Aussage Rameaus zur Verbindung von Komposition und Gefühl: In einem Brief (1727) schrieb er, dass man mit diesen Motetten erkennen könne, ob er das, was er ausdrücken möchte, auch empfinde. Viel später, nach genial bzw. skandalös empfundenen Opern überarbeitete er „In Convertendo“ noch einmal und führte sie in den Concert­Spirituel in Paris 1751 auf. In dieser Konzertreihe im „Schweizersaal“ des Palais des Tuileries erklang ab 1725 vorwiegend lateinische musique de chapelle, daneben auch Instrumentalmusik. Durch ­diesen neuen Musikort wurde das Zentrum des musikalischen ­Interesses mehr und mehr vom Hof in die Stadt hineingetragen.

Auch der Autodidakt Georg Philipp Telemann, dem, wie er selbst schreibt, die Natur „die Feder in die Hand gegeben hatte“, war von der Form der Grands motets, wie überhaupt vom französischen goût ­äusserst angezogen und so nützte er seinen Besuch in Paris (1737–38) dazu, um seine Vertonung des 71. Psalms im Concert-Spirituel zu präsentieren. Ob er dann auch noch sein Grand concert, das französische Elemente mit dem italienischen Concertostil ­verbindet, mit im Gepäck hatte, entzieht sich unserer Kenntnis; doch die Türen für den geschickten und arbeitsamen Hamburger Unternehmer standen bereits weit ­offen, seine Motette „Deus, in judicium tuum“ wurde „fort goûté“, wie der Mercure de France berichtete, während Rameaus Motette anscheinend beim Publikum durchfiel: Sie sei aus reinem Ehrgeiz geschrieben ­worden, und die Aufnahme sei „ganz und gar betrüblich“ gewesen (Correspondences littéraires 1751); sein Jugendwerk sei „schlecht und seiner nicht würdig“, doch könne dies ihm weder Schaden zufügen, noch an seinem Ruhm kratzen (Ch. Collé 1751).

Peterskirche Basel
Peterskirchplatz 7
4051 Basel
Schweiz

Pressestimmen

Pavillon Suisse: «Grosse Musik» von Telemann und Rameau «Im Konzertsaal»

SRF 2 Kultur , 17.06.2019

„In convertendo”

Der Sender SRF 2 Kultur übertrug das Konzert «In convertendo» der Freunde Alter Musik Basel vom 3. Mai 2019, in der Peterskirche Basel.

Konzert und Interviews unter folgendem Link zum Nachhören: 
https://www.srf.ch/sendungen/im-konzertsaal/pavillon-suisse-grosse-musik-von-telemann-und-rameau

übertrug das Konzert «In convertendo» der Freunde Alter Musik Basel vom 3. Mai 2019, in der Peterskirche Basel.

Konzert und Interviews unter folgendem Link zum Nachhören: 
https://www.srf.ch/sendungen/im-konzertsaal/pavillon-suisse-grosse-musik-von-telemann-und-rameau

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Pracht und Esprit – deutsche Klarheit und französisches Raffinement

BaZ, 06.05.2019

„In convertendo”

Pracht und Esprit – deutsche Klarheit und französisches Raffinement
In der Peterskirche trafen dank der Freunde Alter Musik Basel verschiedene Musikerfassungen aufeinander.

Von Verena Naegele

Pracht und Esprit – deutsche Klarheit und französisches Raffinement
In der Peterskirche trafen dank der Freunde Alter Musik Basel verschiedene Musikerfassungen aufeinander.

Von Verena Naegele

«Grand motet» von Telemann und Rameau galt das 5. Konzert der Freunde Alter Musik Basel, das in der Peterskirche einen spannenden Vergleich verschiedener Musikauffassungen bot: Hier der französische Esprit mit unerhörtem Raffinement, dort deutsche Pracht und Klarheit, die ein Hauch französischer Eleganz zu besonderer Wirkung führte.

Chor und Orchester der Schola Cantorum Basiliensis unter Jörg-Andreas Bötticher erfreuten durch die frische Interpretation, auch wenn nicht immer alles nach Wunsch gelang. Dies gilt auch für Telemanns Grand concert für zwei Blockflöten und Orchester, bei dem Hojin Kwon als Solistin besser gefiel als die etwas übersprudelnde Lea Sobbe.

Dass der als Director Musices in Hamburg berühmte Telemann auch vom französischen Goût inspiriert war, ist wenig bekannt. Umso faszinierender war die Grand motet «Deus, judicium tuum», die Böttcher und seine jugendlichen Interpretinnen und Interpreten vorstellten. Schon die in vorzüglicher Diktion gesungenen Verse liessen aufhorchen, führten doch die «französisierten » lateinischen Verse zu einem weicheren Fliessen der Musik.

Prachtvoll gelangen die grossen Sätze für fünfstimmigen Chor, Bläser und Streicher, abgeschlossen durch die Presto-Fuge. Hier trumpfte auch das Orchester auf, das beim punktierten Gestus der Ouvertüre noch merkliche rhythmische Probleme bekundete. Gut gefielen auch die «Regentropfen»-Staccatos der Fagotte, zu denen der unaufgeregte Tenor Jacob Lawrence seine Arie sang, und die «Anbetung Gottes» gestaltete Roberta Diamond im zarten «Gespräch» mit Traverso und Violino. Der Bass von José Coca Loza hat an Fokussierung gewonnen, wie er im kämpferischen Rezitativ bewies.

 

Zwischen Trauer und Freude

 

Doch trotz beschwingter Leichtigkeit, welch ein Unterschied tat sich zu Rameaus Grand motet «In convertendo» auf. Rameaus Musik ist gespickt mit verschiedenen Affekten zwischen Trauer und Freude. Der vom Haut-Contre Andrés Montilla-Acurero vorzüglich gesungene rezitativische Wechsel von der Klage zum in Farbe und Tongebung unerhört gelichteten «ut consolati» liess das Feuerwerk erahnen, das folgte. Ein opernhaftes Magnificavit für Bass (Kimon Barakos) und Sopran (Julia Kirchner) mit Trio des Hautbois, wobei Kirchners etwas kehlige Stimme durch die Holzbläser an Weichheit gewann. Oder der grandios vielfältige Dialog im «Gracieux, un peu gai» des von Gerd Türk bestens einstudierten Chors mit Oboen, Fagott und Streicher. Jörg-Andreas Bötticher am Cembalo führte die Interpreten dezent durch die raffinierten Klippen der Partitur.

 

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Saison 2018/2019

Verehrte Freunde der Alten Musik, werte Gäste in unseren Konzerten,

die 75. Saison ist vorüber und die Freunde Alter Musik Basel machen den ersten Schritt auf die „100“ zu. – Doch es geht natürlich nicht um das Erreichen hoher Jubiläen, sondern darum, von Jahr zu Jahr interessante...