Der künstlerische Schwerpunkt der Geigerin Plamena Nikitassova liegt auf der Auseinandersetzung mit dem Violinrepertoire des Barocks, der Klassik und Romantik, mit dem Bestreben, die Werke vom 17. bis 19. Jh. durch die Erschließung des theoretischen Quellenmaterials jener Epoche aufzuführen.
Nikitassova, geboren in Varna, Bulgarien, begann mit fünf Jahren Geige zu spielen und gewann im Alter von 16 Jahren ein Stipendium, das sie für ein Musikstudium in die Schweiz führte. Sie studierte klassische Violine an der Genfer Musikhochschule und an der Musikhochschule Wien. Mit Master Auszeichnung und „Premier Prix de Virtuosité“ erhielt sie 1999 ihr Solistendiplom in Genf und wurde im gleichen Jahr mit dem Preis der „Leenhards Stiftung“ in Lausanne ausgezeichnet. Nach ihrer Begegnung mit dem Geiger Jaap Schröder (Amsterdam) wandte sich Nikitassova der alten Musik zu und schloss 2005 ein Studium der Renaissance- und Barockvioline an der Schola Cantorum Basiliensis ab.
Ihre Recherche-Erkenntnisse in Bezug auf die historische, vergessene Spieltechnik der Violine , die s.g „tiefe Haltung“ (das Ansetzen des Instrumentes an der Brust) spiegeln sich in zwei ihrer Cd’s (Johann Paul von Westhoffs „Suites for solo violin“, 2020 und Heinz Ignaz Franz Bibers „Sonatae Violino Solo 1681“, 2022), die beide in die „Bestenliste für Alte Musik der Preis der Deutschen Schallplattenkritik 4/22“ aufgenommen wurden, und von denen erstere mit dem Preis „Diapason d’Or“ und letztere „ Diapason 5“ ausgezeichnet wurde.
2020 gründete Nikitassova in Basel die Kammermusikreihe „Im Wandel der Zeit“ mit dem Ziel, bekannte und unbekannte Kompositionen des 18. und 19. Jh. in ihrem ursprünglichen stilistisch-ästhetischen Kontext auf Instrumenten in alter Mensur mit Fokus auf die spieltechnischen Besonderheiten der Streichinstrumente in der Romantik zu präsentieren.
Nikitassova ist seit November 2024 Professorin für Violine in alter Mensur an der Hochschule für Musik und Theater München.
nikitassova.com
