Conrad Steinmann, geboren in Rapperswil, lebt in Winterthur. Er studierte Blockflöte an der Schola Cantorum Basiliensis bei Hans-Martin Linde. Von 1975 bis 1982 war er Dozent an der Zürcher Musikakademie, von 1982 bis 2019 an der Schola Cantorum Basiliensis.
Er konzertiert weltweit – früher mit den Ensembles 415 und London Baroque, heute mit seinen eigenen Formationen diferencias und Melpomen. Prägend waren die langjährige Zusammenarbeit mit Nikolaus Harnoncourt in Zürich, Salzburg und Wien mit Musik von Monteverdi, Mozart und Beethoven, die 25-jährige inspirierende Auftrittstätigkeit mit dem Schriftsteller Peter Bichsel sowie die intensive Auseinandersetzung mit aktueller Musik.
In Zusammenarbeit mit dem Instrumentenbauer Paul J. Reichlin rekonstruierte Steinmann Instrumente der Antike. Diese bilden die Grundlage für eine von ihm neu imaginierte Musik des 5., 6. und 7. Jahrhunderts v. Chr., die er mit seinem Ensemble Melpomen zur Aufführung bringt. Als Aulos-Spieler erforscht er gemeinsam mit Melpomen die Klangwelten der griechischen Antike, um eine gegenwärtige, zugleich in die Vergangenheit hörende Musik entstehen zu lassen.
Zahlreiche CD-Aufnahmen dokumentieren diese Arbeit, zuletzt CHOROS / ΧΟΡΟΣ mit Musik zur Tragödie Oidipous des Sophokles. Sein Buch Nachklänge. Instrumente der griechischen Klassik und ihre Musik – Materialien und Zeugnisse von Homer bis heute (Schwabe, 2021) fasst die Quellen und Ergebnisse dieser praktischen und wissenschaftlichen Forschung zusammen.
2016 erschien Drei Flöten für Peter Bichsel. 25 Geschichten (Rüffer & Rub). Steinmann ist Stipendiat der Stavros Niarchos Foundation und wurde 2021 mit dem Schweizer Musikpreis ausgezeichnet.
